Die Nachfrage nach Holzpellets und anderen biogenen Brennstoffen wächst stetig – getrieben von hohen Energiepreisen und dem Wunsch nach klimafreundlichen Alternativen. Bevor aus nassen Holzhackschnitzeln genormte Pellets werden, steht jedoch ein entscheidender Schritt an: die Zerkleinerung. Hier setzt die Kollermühle von AMANDUS KAHL an und sorgt bereits zu Beginn des Prozesses für einen klaren Effizienzvorsprung.
Die Herstellung von Holzpellets erfordert eine Reihe von Verarbeitungsschritten. Da die Kollermühle gegenüber schwankenden Produkteigenschaften unempfindlich ist, zerkleinert sie selbst grobe Rohmaterialien wie Hackschnitzel bis zur Größe G50 und mit bis zu 60 Prozent Wasseranteil zuverlässig. Herzstück der Maschine ist die Kombination aus Kollerrollen und Matrize: Durch die quetschend-scherende Mahlwirkung entstehen Partikel, die nicht nur kleiner, sondern auch strukturell besser für die weiteren Prozesschritte vorbereitet sind. So wird aus schwer verarbeitbarem Rohmaterial ein optimal aufbereitetes Ausgangsprodukt, das die Basis für eine energieeffiziente Pelletproduktion bildet.

Holzzerkleinerung im Detail: So arbeitet die Kollermühle
Im Vergleich zu herkömmlichen Nassmühlen bietet die Kollermühle gleich mehrere verfahrenstechnische Vorteile. Sie zerfasert das Holz gleichmäßiger und energieeffizienter quer zur Faserrichtung. Während beispielsweise die Hammermühle nasse Hackschnitzel in lange, nadelförmige Strukturen aufreißt, erzeugt die Kollermühle deutlich kürzere Partikel mit Vorschädigungen in Faserrichtung.
Die vertikale Materialzuführung in die Kollermühle sorgt für eine gleichmäßige Befüllung des großzügig dimensionierten Mahlraums im freien Materialfall, wodurch auf eine Zwangsspeisung verzichtet werden kann. Selbst große Materialvolumina lassen sich dadurch störungsfrei und ohne Verstopfungen verarbeiten. Zwischen den Kollerrollen und der Matrize wirken intensive Scherkräfte, die das Produkt auf eine definierte Partikelgröße zerfasern.
Kollermühlen arbeiten mit Flachmatrizen, deren Verhältnis von Bohrungslänge zu -durchmesser kleiner ist als bei Flachmatrizenpressen. Dadurch wird unnötige Reibung in den Bohrungen vermieden. Die Partikel werden somit nicht verdichtet, sondern lediglich zerfasert. Das Resultat sind homogene Partikelstrukturen bei gleichzeitig geringem Energieaufwand.
Mit einer Kollerumfangsgeschwindigkeit von nur 2,5 Metern pro Sekunde arbeitet die Kollermühle vibrationsarm und leise. Explosionsschutzmaßnahmen im Inneren der Maschine sind nicht erforderlich und aufwendige Technik wie Zyklon, Filter, Ventilator und Abluftanlage entfällt.



Vom Hackschnitzel zum normgerechten Pellet
Die Vorteile der Zerkleinerung mit der Kollermühle zeigen sich in der praktischen Pelletproduktion. Mit der Kollermühle wird der gesamte Pelletierprozess nicht nur effizienter, sondern auch weniger komplex. Die entstandene Partikelstruktur ist homogener und damit besser für die normgerechte Pelletierung geeignet. Für die Herstellung von Hausbrandpellets entfällt nach der Trocknung die sonst übliche Trockenvermahlung vollständig, da die mit der Kollermühle erzielte Partikelstruktur bereits zur Weiterverarbeitung geeignet ist.
Beim Einsatz der Kollermühle in Kombination mit der Flachmatrizenpresse von AMANDUS KAHL ist der Gesamtprozess besonders energieeffizient, da diese auch gröbere Partikelstrukturen zu Normpellets verarbeiten kann.
Mehr Leistung bei geringerem Energiebedarf
Abhängig vom Bohrungsdurchmesser der Matrize reduziert sich durch den Einsatz einer Kollermühle die benötigte elektrische Energiemenge für die Prozessschritte Nassvermahlung und Pelletierung gegenüber einer Produktionslinie mit Trockenhammermühle um bis zu 35 kWh/t. Gerade bei hohen Produktionsvolumina summieren sich diese Einsparungen auf mehrere Tausend Megawattstunden pro Jahr – ein erheblicher Kostenfaktor in der Pelletproduktion.
AMANDUS KAHL fertigt für Durchsatzleistungen bis zu 30 t/h zwölf verschiedene Kollermühlengrößen, die eine Leistungsspanne von 30 bis 600 kW abdecken. Das Portfolio des Maschinenherstellers eignet sich damit sowohl für kleinere Anlagen als auch für industrielle Großprojekte.
Fazit: Kollermühle ermöglicht effiziente und nachhaltige Holzpelletierung
Die Kollermühle ist zentraler Baustein einer energieeffizienten Prozesskette, indem sie grobe und feuchte Hackschnitzel in ein strukturell homogenes Material verwandelt und dadurch den gesamten Prozess bis zum fertigen Holzpellet optimiert.
Für Betreiber von Holzpelletieranlagen bedeutet das: weniger Prozessschritte, geringerer Energieeinsatz und niedrige Betriebskosten. Mit 150 Jahren Erfahrung im Maschinen- und Anlagenbau liefert AMANDUS KAHL damit eine Lösung, die Technik, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit in Einklang bringt.


