Mischfutterherstellung: Das leistet der Expander für Effizienz und Tierwohl

von Felix Tometten
Lesezeit: 3 Minuten
Geflügelmastfutter in Pelletform

Der Einsatz eines Expanders steigert aber nicht nur die Qualität des Futters, sondern auch die Effizienz der gesamten Produktionslinie. Durch die Vorbehandlung im Expander kann unsere nachgeschaltete Pelletpresse beispielsweise mehr als 25, teils sogar um bis zu 50 Prozent mehr Durchsatz erzielen. Gleichzeitig verbessert sich die Pelletqualität, insbesondere durch eine deutliche Reduzierung der Abriebwerte und eine höhere Pelletfestigkeit.

Technik mit Wirkung: So läuft der Prozess

Angetrieben wird der Expander energieeffizient über ein Getriebe mit integrierter Hauptlagerung. Im Inneren sorgt ein dickwandiges Mischrohr mit verschleißfesten Dosier-, Misch- und Knetelementen für die intensive Aufbereitung des Futters. Den nötigen Gegendruck erzeugt ein hydraulisch verstellbarer Konus, der zusammen mit einem feststehenden Auslaufring einen Ringspalt bildet. Diese Konstruktion erlaubt eine stufenlose Anpassung von Druck, Temperatur, Energieeintrag und Expansionsintensität – auch während des Betriebs. Dadurch lassen sich verschiedenste Produkte und Rezepturen flexibel und schonend verarbeiten, sei es zur Vorbereitung der Pelletierung oder als eigenständige Behandlung in der Futtermittelherstellung. Je nach Anwendung arbeitet der Expander mit Drücken zwischen 5 und 120 bar und erreicht Auslauftemperaturen von 90 bis 130 °C – bei Spezialanwendungen auch darüber.

Am Ende des Prozesses verlässt das Produkt über den Konus die Maschine. Der abrupte Druckabfall führt zum Expandieren des Materials, wobei ein Teil des Wassers sofort verdampft (Flash-Verdampfung). In der Regel genügt danach eine Kühlung, eine Nachtrocknung ist meist nicht nötig. Die finale Struktur und Größe des Expandats wird über eine nachgeschaltete Zerkleinerungseinrichtung (z. B. Strukturierer oder Brecher) definiert.

Sauber, sicher, stark – Futterhygiene mit System

Ein zentrales Ziel unseres Ringspalt-Expanders ist die hygienische Qualität des Futters. Diese ist besonders in sensiblen Bereichen wie der Legehennenfütterung essenziell, wo das Futter oft nicht pelletiert wird. Auch Schweine und Mastgeflügel profitieren von der keimreduzierenden Wirkung unseres Expanders, da sie besonders anfällig für Krankheitserreger sind. Neben der Hygienisierung verbessert der Expander die Verfügbarkeit wichtiger Nährstoffe wie Stärke und Eiweiß. Das fördert nicht nur die Verdauung, sondern auch die Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit der Tierernährung. Bei Schweinen verbessert die Expanderbehandlung den Stärkeaufschluss im vorderen Dünndarm und verhindert, dass zu große Mengen unverdauter Stärke in den Dickdarm gelangen. Zugunsten der Darmgesundheit und der Leistungsfähigkeit der Tiere. Bei Ferkeln zeigt sich der Effekt besonders deutlich: Untersuchungen zeigen, dass ein besserer Stärkeaufschluss zu höherer Gewichtszunahme und geringeren Verlusten führt – gerade in der sensiblen Aufzuchtphase. Gleichzeitig wird durch das aufgeschlossene Getreide die Aktivität der Verdauungsenzyme im Tierkörper angeregt. Das erleichtert den Tieren die Umstellung auf getreidebasiertes Mischfutter und fördert die Futteraufnahme.

Dank nachgeschalteter Strukturierer oder Brecher erhält das Expandat eine definierte Form und Konsistenz. Im Vergleich zu mehligem Mischfutter löst es sich besser in Wasser und eignet sich daher ideal für Flüssigfütterungssysteme in der Schweinehaltung. Ein Vorteil, der auch nach der Pelletierung erhalten bleibt. Auch in der Legehennenhaltung sorgt Expandat für mehr Homogenität im Futter. Es verhindert Selektion durch die Tiere und reduziert das Entmischen der Rohstoffe beim Transport oder in der Lagerung. Und nicht zuletzt: Der Zusatz von Wasserdampf im Expansionsprozess verbessert Geruch und Geschmack des Futters. Ein entscheidender Faktor für eine hohe Akzeptanz bei allen Tierarten.

Besser für Tier und Budget

Der Einsatz des Expanders zahlt sich auch wirtschaftlich aus. Studien zeigen: Expandiertes und anschließend pelletiertes Futter kann trotz reduziertem Energiegehalt dieselben Leistungen erzielen wie herkömmliches Pelletfutter. Dank besserer Verdauung und Verwertung der Hauptnährstoffe. In der Broilermast lassen sich dadurch bis zu 70 Kilokalorien pro Kilogramm Futter einsparen, was je nach Rezeptur Kosten von fünf bis sieben Euro pro Tonne senken kann. Auch die Technik profitiert. Der Expander übernimmt einen Großteil der mechanischen Arbeit vor der Pelletierung, wodurch die Presse mehr leistet – mit 20 bis 30 % mehr Durchsatz und deutlich weniger Verschleiß. Das schont Werkzeuge, spart Energie und verlängert die Lebensdauer der Anlage.

Mit unserem Expander bieten wir eine flexible und leistungsstarke Lösung, die Tierwohl, Futterqualität und Wirtschaftlichkeit erfolgreich vereint. Für ein rundum hochwertiges Endprodukt.

Sie möchten mehr Informationen oder eine Beratung zu diesem Thema?

Kontaktieren Sie uns jetzt. Wir freuen uns auf Ihre Anfrage!